No.14 Ostern


Nymphios - Quelle: A Reader's Guide to Orthodox Icons



Ostern ist ein wirklich sehr, sehr altes Fest.

Seine Wurzeln lassen sich auf den Beginn der Landwirtschaft im Zweistromland zurück führen, 
als Jahreszeiten und ihre Zyklen für den Anbau wichtig wurden.

Die Frühjahrtagundnachtgleiche kennzeichnete dort den Zeitraum,
in dem die Regenzeit endete und Anbau ermöglichte.

Ursprünglich begann zu dieser Zeit das Jahr.

Mythen und Traditionen um den Tod des Lebens und den Anfang des Lebens entstanden um diese Zeit.

Götter und Helden stiegen in die Unterwelt, verweilten dort und kehrten zurück,
um den Neubeginn des Lebens anzuzeigen.

Gleichzeitig ein erstes Hochzeitsfest, das das Leben ermöglicht.

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In der hebräischen Tradition kam die Idee der Befreiung und des Auszugs aus Ägypten hinzu. 
Die christliche Tradition verdichtete dies zum Erlösungsgeschehen. 

Die vierzig Fastentage enden in das Drama von Ostern.

G-tt wird Mensch und begibt sich ins Menschsein
bis in die tieftste Mißhandlung von Folter, Demütigung, unendlicher Qual
bis hin zum verlassenen, vermeintlich vernichteten, einsamen Tod am Kreuz.

Das Geschehen der Karwoche vom Hosianna bis zum Crucifige hält uns allen den Spiegel vor.

...

Das Ganze und Absolute geschieht, vollendet und löst den alten Bund,
damit der neue Bund von G-tt und Mensch entstehen und gehalten werden kann.. 

Bingensis sieht dies als ursprünglichen Plan vor Anbeginn der Zeiten.

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Die Verbindung von Mond- und Sonnenläufen und ihre unterschiedliche Auslegung
führt quer über alle Kirchen zu sehr unterschiedlichen Osterzeiten.

Die orthodoxe Kirche, die in der Regel später feiert, zeigt in der Heiligen Woche eine besondere Ikone. 

Christos, den Gesalbten, in voller Qual und vollem Schmerz, als Nymphios, als Bräutigam. 

Das Grab wird Thalamos, wird Brautkammer.

Dort vollzieht sich der Bund zwischen G-tt und Mensch.

Der Schöpfer steigt in die Unterwelt. Um den Menschen an sich zu ziehen.
Und Leben neu beginnen zu lassen.

'Das Grab ist leer...'