Wilder Lenz

Lenz - Die Zeit der länger werdenden Tage (Length).
Lent - Englisch: Fastenzeit. 

März, April und Mai. Alles ab Fassenacht. 

No.14 Ostern


Nymphios - Quelle: A Reader's Guide to Orthodox Icons



Ostern ist ein wirklich sehr, sehr altes Fest.

Seine Wurzeln lassen sich auf den Beginn der Landwirtschaft im Zweistromland zurück führen, 
als Jahreszeiten und ihre Zyklen für den Anbau wichtig wurden.

Die Frühjahrtagundnachtgleiche kennzeichnete dort den Zeitraum,
in dem die Regenzeit endete und Anbau ermöglichte.

Ursprünglich begann zu dieser Zeit das Jahr.

Mythen und Traditionen um den Tod des Lebens und den Anfang des Lebens entstanden um diese Zeit.

Götter und Helden stiegen in die Unterwelt, verweilten dort und kehrten zurück,
um den Neubeginn des Lebens anzuzeigen.

Gleichzeitig ein erstes Hochzeitsfest, das das Leben ermöglicht.

...

In der hebräischen Tradition kam die Idee der Befreiung und des Auszugs aus Ägypten hinzu. 
Die christliche Tradition verdichtete dies zum Erlösungsgeschehen. 

Die vierzig Fastentage enden in das Drama von Ostern.

G-tt wird Mensch und begibt sich ins Menschsein
bis in die tieftste Mißhandlung von Folter, Demütigung, unendlicher Qual
bis hin zum verlassenen, vermeintlich vernichteten, einsamen Tod am Kreuz.

Das Geschehen der Karwoche vom Hosianna bis zum Crucifige hält uns allen den Spiegel vor.

...

Das Ganze und Absolute geschieht, vollendet und löst den alten Bund,
damit der neue Bund von G-tt und Mensch entstehen und gehalten werden kann.. 

Bingensis sieht dies als ursprünglichen Plan vor Anbeginn der Zeiten.

...

Die Verbindung von Mond- und Sonnenläufen und ihre unterschiedliche Auslegung
führt quer über alle Kirchen zu sehr unterschiedlichen Osterzeiten.

Die orthodoxe Kirche, die in der Regel später feiert, zeigt in der Heiligen Woche eine besondere Ikone. 

Christos, den Gesalbten, in voller Qual und vollem Schmerz, als Nymphios, als Bräutigam. 

Das Grab wird Thalamos, wird Brautkammer.

Dort vollzieht sich der Bund zwischen G-tt und Mensch.

Der Schöpfer steigt in die Unterwelt. Um den Menschen an sich zu ziehen.
Und Leben neu beginnen zu lassen.

'Das Grab ist leer...'      

 

 



 

No.13 Brunnen & Quellen

Rund um Laetare, den vierten Fastensonntag, werden die Osterkronen aufgestellt.
Buße wandelt sich in Vorfreude.

Gleichzeitig beginnt die Zeit der Osterbrunnen.

Mit dem Frühlings-Tauwetter begannen Quellen wieder zu fließen.
Brunnenwasser ließ sich leichter schöpfen. 
Wasser war einfacher zugänglich. 

Den Zugang zu sauberem Wasser regeln bis heute die Wasserrechte.

An sie und ihre zentrale Bedeutung für die Gemeinschaften
knüpfen Traditionen wie das Brunnenschmücken an.  

Ein besonderer Aspekt ist das Osterwasser.

Einerseits wird in der Osternacht das Taufwasser für das kommende Jahr geweiht. 
In manchen Liturgien wird die brennende Osterkerze hinein gesenkt. 

Andererseits bestand die verbreitete Vorstellung,
dass das am frühen Ostermorgen geschöpfte Wasser besondere Kräfte hat. 

Besonders, wenn es von den jungen Mädchen schweigend nach Hause gebracht wird.

Daraus entwickelte sich die Tradition, dass die Burschen versuchten,
die Mädchen auf ihrem Weg nach Hause zu stören. 

Wahrscheinlich ein Vorgriff auf die Bräuche zum Mai.

Alles Übrige rund um die Osterzeit erwartet und dann hier in der kommenden Woche.

(Dieser Beitrag wird auch auf www.gartenfabel.de veröffentlicht.)    

No.12 Equinox & Elternzeit

Der astronomische Frühling beginnt mit der Tagundnachtgleiche am 20. März.
Die Tage sind auf der Nordhalbkugel nun länger als die Nächte. 
Die helle Zeit des Jahrs beginnt.

In alten Agrargesellschaften begann zu diesem Zeitpunkt das Jahr,
in der Regel mit dem Einsetzen der Vegetationsperiode.

Gleichzeitig ist neun Monate for Weihnachten. 

Durch die unterschiedlichen Überlieferungen liegt am 19. März zunächst der Josefstag,
da Matthäus erzählt, wie ein Engel Josef behutsam mitteilte,
dass er unverhofft Vaterschaft übernehmen würde. 

Am 25. März, genau neun Monate vor dem Weihnachtstag,
liegt das Fest der Verkündigung.

In dem Gabriel Maria mitteilt, dass sie unberührt empfangen und einen Sohn gebären würde. 
Ihre wohl geformte und wohl gesetzte Antwort nach älteren Vorbildern geht als Magnificat in die Geistesgeschichte ein.
In der Regel mitten in der Fastenzeit gelegen, gelten hier in allen Kirchen Ausnahmen.

Dazwischen liegt Equinox als altes Fest von Tod und Leben.
Es geht auf Ostern zu...      

No.11 Frühlingserwachen

Mit der Tagundnachtgleiche beginnt auf der Nordhalbkugel das Frühjahr. 

In den ältesten Agrarkulturen begann um diese Zeit das Jahr.
Einige Bräuche und der persische Kalender knüpfen daran bis heute an. 

Einerseits dient die Fastenzeit dazu,
knapper werdende Vorräte bis in den Frühsommer hinein zu strecken. 

Andererseits feiern Feste wie Ostern, Pessach und St. Patrick's
das Heraufziehen der neuen Vegetationsperiode.

Und natürlich gilt:

'St. Gertrud (ebenfalls 17.3.) schleust den Garten auf...'    

No.10 Wilder Lenz

Nachdem wir uns in den vergangenen Wochen mit Trauer, Abschied und Übergängen beschäftigen mussten,
und der Beginn der Fastenzeit hier hilfreich wahr, kehren wir nun zurück zu unserem Kernanliegen, 
und widmen uns dem Wilden Lenz.

Anfang März beginnt das meteorologsche Frühjahr.
Die Übergänge sind drastisch bis dramatisch und spiegeln sich in Brauchtum und Gewohnheiten. 
Uns erwarten:

Mittfasten und Simnel.
Patrick's Day.
Maria und Josef (schon wieder) - diesmal mit Verkündigung und Josefstag - neun Monate vor Weihnachten. 

Equinox - Frühlingsanfang und Tagundnachtgleiche.

Pessach und Ostern. 
Hanami - Gedichte und Gewohnheiten zu Kirschblüte. 
Georgstag - Beginn der Umritte und Landpartien. 

Und dann die Mainacht.

Mehr zum Monat März auf unserer Schwesterseite www.frugus.de.

           

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